04.03.2010:


Ministerpräsident Rüttgers überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 15 Bürgerinnen und Bürger: „Ihr Engagement zeichnet uns alle aus“

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat heute (4. März 2010) den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 15 Bürgerinnen und Bürger ausgehändigt. In der Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei dankte der Ministerpräsident den Ausgezeichneten: „Sie sehen sich als Teil der Gesellschaft. Sie übernehmen Verantwortung für sich und andere. Sie machen Mut, Sie schaffen Vertrauen. Der Staat allein kann keine Solidarität garantieren. Er braucht aktive Bürgerinnen und Bürger, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und anderen ein Beispiel geben. Damit prägen Sie unsere Gesellschaft und machen sie zukunftsfähig. Dafür verdienen Sie Anerkennung, auch stellvertretend für viele andere, die Ihnen auf Ihrem Weg geholfen haben.“
In seiner Rede betonte Rüttgers die Notwendigkeit von Vorbildern. „Wenn wir die Einheit der Gesellschaft wahren wollen, müssen wir unseren Kindern und Enkeln den Einsatz für diese Gemeinschaft vorleben. Durch Solidarität, durch Hilfe, durch Mitmenschlichkeit. Engagement braucht Vorbilder. Wir brauchen Menschen, die Werte vorleben. Menschen, die dabei nicht nur an ihren eigenen Vorteil denken. Solche Menschen sind das, was man Elite nennt. Es sind Persönlichkeiten wie Sie, die wir heute ehren.“


Den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland haben heute (4. März 2010) erhalten:

• Dr. Wolfgang Buchmann und Elisabeth Buchmann , Euskirchen (Verdienstkreuz am Bande)
• Werner Gehring, Gütersloh (Verdienstkreuz am Bande)
• Leonid Goldberg , Solingen (Verdienstkreuz am Bande)
• Dr. h.c. Franz Grave , Essen (Großes Verdienstkreuz)
• Bodo Harenberg , Schwerte (Verdienstkreuz am Bande)
• Carin Hell , Wuppertal (Verdienstkreuz am Bande)
• Dr. Stephan Holthoff-Pförtner , Essen (Verdienstkreuz am Bande)
• Martin Kannegiesser , Bad Salzuflen (Großes Verdienstkreuz)
• Gerhard Rehberg , Gelsenkirchen (Verdienstkreuz 1. Klasse)
• Professor Tobias Richter , Schweiz (Verdienstkreuz 1. Klasse)
• Burkhard Schnettler , Soest (Verdienstkreuz am Bande)
• Dr. Alexander Schröder–Frerkes , Meerbusch (Verdienstkreuz am Bande)
• Gesine Wellhausen , Meerbusch (Verdienstkreuz am Bande)
• Professor Dr. Horst Ziegler , Paderborn (Verdienstkreuz am Bande)

Burkhard Schnettler, Soest (Verdienstkreuz am Bande)

Sein Museum ist einzigartig in Deutschland. Es ist das „Museum für belgische Streitkräfte“. Wie kam es dazu? Als erfolgreicher Kaufmann fand Burkhard Schnettler schnell Kontakt zu den belgischen Streitkräften, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland auch in Soest stationiert waren. Er entwickelte nicht nur eine Freundschaft zu den angehörigen Familien, sondern auch eine Faszination für die deutsch-belgische Geschichte. Er sammelte Erinnerungsstücke aus der Zeit der Stationierung der Einheiten nicht nur in Soest, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen.

1976 gründete er dann schließlich in seinem Wohnhaus das Museum, dessen Ausstellungsstücke sich anfangs noch im Treppenhaus und unterm Dach befanden. 2006 zog er dann mit den Exponaten der Garnison Soest in die Adam-Kaserne um. Und 2008 wurde das Museum auf 532 Quadratmeter erweitert. Zu sehen sind heute Exponate aus belgischen Garnisonen in Deutschland, zu Ursachen der Besatzung im Ersten Weltkrieg, zur Rhein-Ruhrbesetzung, dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg. Das Museum fasziniert Besucher aller Altersgruppen. Finanziert wird es allein durch das Eintrittsgeld und das Engagement der Eheleute Schnettler.

Sein ehrenamtliches Wirken hat darüber hinaus die Freundschaft zwischen Belgiern und Deutschen in der Stadt Soest vertieft. Herr Schnettler wurde von belgischer Seite mehrfach geehrt; so wurde er 1999 zum Ritter im Belgischen Kronenorden ernannt und 2001 zum Ehrengrenadier der Königlich Belgischen Grenadiersvereinigung. 2008 zeichnete die Nationale Vereinigung Berufssoldaten und Wehrpflichtige von Belgien ihn mit ihrem „Stern“ aus. Sein Geschichtsbewusstsein und sein Beitrag für die Völkerverständigung verdient unsere besondere Anerkennung.


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